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2021 / I
Rückseite:
2021 / I

Aktuelle Ausgabe

In eigener Sache

Wir haben dieses Mal Fortschritte und Siege zu feiern !

Einen großen feministischen Sieg hat die Frauenbewegung in Argentinien erkämpft, indem sie nach vielen Jahren ein Gesetz zum Recht auf Abtreibung durchgesetzt haben! Mónica Lastra hat uns einen Bericht aus Buenos Aires geschickt.
Der Kampf um den Erhalt des feministischen und selbstorganisierten Raum „Assata im Hof“ in der Kölner Südstadt war erfolgreich – lest die Erklärung von den Kölnerinnen auf Seite 29. Wir freuen uns mit ihnen und drücken auch dem FrauenLesbenzentrum in Wien die Daumen, dass die Pläne der Stadt Wien nicht umgesetzt werden können.
Auch Kristina Hänel kämpft weiter um die Abschaff ung des §219a und wird vor das Bundesverfassungsgericht ziehen. Damit bleibt auch die Forderung nach einer Entkriminalisierung
von Abtreibung
und der Streichung des §218 weiterhin auf der Agenda feministischer Forderungen in der BRD (s.u. Ditt und datt –für jede watt). Dies wird eines der Themen sein, die zum 8.3. auf die Straße gebracht werden.
Die ‚Krise‘ ist die ‚Bühne‘ des Patriarchats argumentiert Carolin Wiedemann auf Seite 9. Die Frauenbewegung in Spanien - und nicht nur dort - hatte es 2018 eindrücklich demonstriert: Ohne die Frauen steht die Welt still! Die Wichtigkeit von Care-Sorge-Arbeit dürfte unbestritten sein und die feministischen Analysen dazu bringen immer wieder auf den Punkt, dass ohne diese Arbeit das gesellschaftliche System nicht funktionieren würde, weder im patriarchalen Normalzustand noch im Pandemie-Modus.

Die Frauenstreikbewegung mobilisiert auch in diesem Jahr zum 8.3.21 für Demos, Diskussionen, Streiks und Aktionen. Mehr dazu auf Seite 13.
Im Frühjahr 2020 kam es in vielen Gefängnissen in Italien zu Aufständen, weil es keinerlei Information über die Situation bezüglich Corona gab und stattdessen häufig repressive Maßnahmen verhängt worden waren. In einem Brief aus dem Hochsicherheitsgefängnis in Latina beschreibt Francesca, die seit Sommer 2020 dort inhaftiert ist, ihre Erfahrungen. Vor 20 Jahren wurde die Feministin und Antimilitaristin Pinar Selek freigelassen. Die Freilassung bedeutete nicht das Ende der Verfolgung durch den türkischen Staat, aber auch nicht das Ende ihres Eintretens für gesellschaftliche Veränderungen. Sie ist eine der Unterstützerinnen des Aktionstages am 5.6.2021 in Nizza. Erste Informationen dazu fi ndet ihr auf Seite 17.
Die Istanbul Konvention trat im Februar 2018 in Deutschland in Kraft. Heute nach 2 Jahren sieht es mau aus: In der Türkei will die Regierung aus der Istanbul Konvention austreten – gegen den großen Widerstand der Frauenbewegungen - und in Deutschland wird stur behauptet, es wäre alles schon erreicht. Die Mängel sind eklatant und das Ausmaß der Gewalt hat sich nicht verringert. Mehr dazu ist auf Seite 36 von DaMigra zu erfahren.
Der Artikel von Pia Marzell führt in die Geschichte der Krüppelfrauenbewegung und gibt einen ersten Überblick, was diese Bewegung geschaff t hat, trotz aller Widerstände und Barrieren, die sich ihr entgegenstellten. In der letzten Krampfader hatten wir aufgerufen, einen virtuellen Soli-Lauf zu unterstützen. Auf Seite 20 findet ihr einen Bericht der Organisierenden.
Jetzt wird es bald ein Jahr, das wir uns zum Layout in ‚Präsenz‘ getroff en haben. Manches ist beschwerlicher geworden, aber auch wir haben nun auf virtuelles Treffen zurückgegriffen. Ein großes Danke an alle, die das Erscheinen dieser Ausgabe wieder möglich gemacht haben.

Viel Spaß beim Lesen
Das Krampfader-Kollektiv